
Das Projekt AAMEE ist auf die Förderung des aktiven Alterns älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und ihre sozialen, kulturelle und wirtschaftliche Integration ausgerichtet. Es legt einen Schwerpunkt auf ehrenamtliches Engagement und die Entwicklung neuer kultursensibler Produkte und Dienstleistungen z.B. in den Bereichen Wohnen, Pflege, Bildung, Freizeit, Kultur und Marketing. Dieses soll durch einen Mix von praktischen und wissenschaftlichen Aktivitäten und unterschiedlichen Herangehensweisen erreicht werden.
Die Bewältigung des demographischen Wandels stellt eine der größten Herausforderungen der Europäischen Union dar und ist gleichzeitig ein Schlüsselelement der Förderung von wirtschaftlicher und sozialer Inklusion. Statistische Daten zum demographischen Wandel verweisen bei einer signifikanten Abnahme jüngerer Menschen auf wachsende Anteile älterer Menschen in der Altersklasse 65 bis 79 Jahren innerhalb der nächsten 20 Jahre.
In einigen Ländern sind ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bereits als wichtige neue Zielgruppen identifiziert worden. Die Entstehung dieser Gruppen hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass sich die früheren europäischen Nationalstaaten der 1950er Jahre im Zuge der durch Armut, Unsicherheit und Arbeitssuche verursachten Migration zu Migrationsgesellschaften entwickelt haben. Deren wirtschaftliche, kulturelle und soziale Sphären werden zunehmend von Bevölkerungsgruppen mit Zuwanderungsgeschichte beeinflusst.
Die absoluten Zahlen älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind in den letzten Jahrzehnten bereits deutlich angestiegen. Für die nächsten Jahrzehnte wird mit einer noch wesentlich stärkeren Zunahme gerechnet.
Allgemeine Fragen betreffen die Art und Weise und das Ausmaß der sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Integration der zugewanderten Gruppen in die Aufnahmegesellschaft. Besondere Herausforderungen für die jeweils vorherrschenden Pflege- und Kultursysteme betreffen die Öffnung von Angeboten und Diensten für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit ihren unterschiedlichen kulturellen, ethnischen, religiösen und sprachlichen Hintergründen.
In vielen europäischen Staaten sind diese neuen Zielgruppen noch nicht ausreichend anerkannt und ihre Bedürfnisse werden noch nicht genügend berücksichtigt.
Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verfügen über viele Potentiale und Kompetenzen, vor allem was ihren gesellschaftlichen Beitrag, beispielsweise im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten, angeht. Viele ihrer Ressourcen und Potentiale betreffen auch kulturelle und wirtschaftliche Aspekte.
Bedingt durch unterschiedliche historische und rechtliche Rahmenbedingungen stellen ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine äußerst heterogene Gruppe dar und zwar sowohl auf europäischer als auch auf individueller staatlicher Ebene. Die Gruppen umfassen z.B. (frühere) Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, historische ethnische Minderheiten, Aussiedlerinnen und Aussiedler, Flüchtlinge, Asylsuchende, illegal immigrierte Personen und Langzeittouristinnen und –touristen (vor allem in südlichen europäischen Ländern).
Ein Ziel des Projekts AAMEE liegt darin herauszufinden, inwieweit diese Kategorien tatsächlich passend sind und zwar sowohl für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte selbst als auch für relevante Dienstleister wie z.B. Wohnungsunternehmen, Anbieter von Freizeitaktivitäten, Akteure des Gesundheitswesens und Anbieter ehrenamtlicher Tätigkeiten.
Im Rahmen des Projekts AAMEE werden die verschiedenen Formen vergangener und anhaltender Migration als Herausforderungen und Chancen betrachtet und zwar sowohl für die älteren Menschen selbst als auch für die Gesellschaft und Kultur der aufnehmenden Bevölkerungen.
Das Projekt AAMEE zielt darauf ab: